Der Chief Data Officer verantwortet die Datenstrategie eines Unternehmens, die Data-Governance sowie die Sicherstellung einheitlicher Datenqualität über Abteilungsgrenzen hinweg. Er koordiniert dabei eng mit der IT-Abteilung. Gibt es diese Stelle nicht, übernimmt meist der CIO die Aufgabe zusätzlich. Ergänzend gehört die Vorbereitung von Daten für KI-Anwendungen zum Aufgabenbereich dieser Position.
Im Familienunternehmen sind Datenbestände oft in historisch gewachsenen Einzelsystemen isoliert, was die Zusammenführung aufwendiger macht als im Konzern. Dort existieren meist bereits zentrale Datenplattformen und etablierte Governance-Prozesse mit klaren Zuständigkeiten. Diese Fragmentierung erschwert im Mittelstand auch einfache abteilungsübergreifende Auswertungen erheblich. Diese Ausgangslage verlängert Projekte im Mittelstand häufig um mehrere Monate gegenüber vergleichbaren Konzernvorhaben.
Typische Anlässe sind gescheiterte Digitalisierungsprojekte wegen schlechter Datenqualität, neue Datenschutzanforderungen oder der Wunsch, Auswertungen und KI-Anwendungen auf eine verlässliche Datenbasis zu stellen. Auch bei Unternehmenszusammenschlüssen wird häufig gezielt Datenexpertise aufgebaut. Auch neue regulatorische Anforderungen an Datenverarbeitung führen zunehmend zur gezielten Suche nach dieser Position. Auch die Vorbereitung auf Zertifizierungen macht saubere Datenprozesse zunehmend zur Voraussetzung.
Der Chief Data Officer verantwortet die strategische Nutzung und Qualität von Daten insgesamt, während der Datenschutzbeauftragte sich gesetzlich vorgeschrieben auf die Einhaltung von Datenschutzvorgaben konzentriert. Beide Rollen arbeiten eng zusammen, decken aber unterschiedliche Aufgaben ab. In der Praxis übernimmt der Chief Data Officer zusätzlich strategische Verantwortung, die über reine Rechtskonformität hinausgeht.

