Der CDO verantwortet die digitale Transformation eines Unternehmens und treibt neue, digital geprägte Geschäftsmodelle sowie die Digitalisierung bestehender Prozesse voran. Anders als CIO oder CTO liegt der Fokus weniger auf der technischen Infrastruktur als auf der geschäftlichen Nutzung digitaler Möglichkeiten. Die Position existiert in vielen Unternehmen erst seit wenigen Jahren und ist organisatorisch noch nicht überall gefestigt.
Im Familienunternehmen agiert der CDO häufig mit weniger Ressourcen, dafür aber mit direkterem Zugang zur Geschäftsführung und kürzeren Entscheidungswegen. Im Konzern ist die Position meist besser mit Budget und Team ausgestattet, dafür aber stärker in bestehende Governance-Strukturen eingebunden.
Typische Anlässe sind der Aufbau neuer digitaler Vertriebskanäle, die Digitalisierung analoger Kernprozesse oder der Druck durch digital aufgestellte Wettbewerber. Auch wenn interne Digitalisierungsinitiativen im Tagesgeschäft untergehen, hilft eine dedizierte externe Besetzung, dem Thema Priorität zu verschaffen.
Beide Begriffe beschreiben inhaltlich dieselbe Funktion. „CDO“ ist die international gebräuchliche Bezeichnung, „Digitalisierungsvorstand“ wird im deutschen Mittelstand zunehmend synonym verwendet, insbesondere wenn die Position mit Vorstands- oder Geschäftsführungsrang ausgestattet ist und direkt an die Geschäftsführung berichtet.

