Der Chief Innovation Officer verantwortet das Innovationsmanagement eines Unternehmens, von der Ideenbewertung über Prototyping bis zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Er steuert dabei ein eigenes Innovationsbudget außerhalb des laufenden Kerngeschäfts. Wo eine eigene Stelle fehlt, springt meist CEO oder CTO gemeinsam ein. Ebenso gewinnt der gezielte Aufbau externer Innovationspartnerschaften zunehmend an Bedeutung.
Im Familienunternehmen muss Innovation stärker gegen den Vorrang des etablierten Kerngeschäfts verteidigt werden als im Konzern, wo dedizierte Innovationslabore oft bereits Standard sind. Zudem sind Innovationsbudgets im Mittelstand meist kleiner und stärker an konkrete Ergebnisse gebunden. Diese Ressourcenknappheit verlangt im Mittelstand eine schärfere Priorisierung einzelner Innovationsprojekte. Zudem sind Budgetentscheidungen im Familienunternehmen persönlicher an die Gesellschafter gebunden als im Konzern.
Typische Anlässe sind stagnierendes Wachstum im Kerngeschäft, der Wunsch nach neuen Geschäftsfeldern oder wachsender Innovationsdruck durch jüngere Wettbewerber. Auch nach gescheiterten internen Innovationsversuchen wird häufig gezielt externe Expertise aufgebaut. Auch der Verlust wichtiger Kunden an schnellere Wettbewerber beschleunigt die Entscheidung häufig zusätzlich.
Der Chief Innovation Officer trägt strategische Gesamtverantwortung auf Führungsebene und berichtet direkt an die Geschäftsführung, während ein Head of Innovation meist eine Ebene darunter operativ verantwortlich ist. In vielen mittelständischen Unternehmen verschmelzen beide Rollen aus Größengründen. In der Praxis trägt der Chief Innovation Officer zusätzlich Budgetverantwortung, die über eine reine Fachrolle hinausgeht.

