Der Chief People Officer verantwortet die Mitarbeitererfahrung und die Unternehmenskultur eines Unternehmens, mit Fokus auf Talentbindung und Führungskräfteentwicklung. Anders als der CHRO liegt der Schwerpunkt weniger auf administrativen HR-Prozessen als auf Kultur und Zugehörigkeit. Ohne eigene Position übernimmt meist die HR-Leitung diese Verantwortung zusätzlich zu ihren administrativen Aufgaben. Auch die Gestaltung flexibler Arbeitsmodelle zählt zunehmend zum Aufgabenbereich.
Im Familienunternehmen ist die Unternehmenskultur oft persönlicher und historisch gewachsen, was die Gestaltung der Mitarbeitererfahrung sensibler macht. Im Konzern orientiert sich der Chief People Officer stärker an standardisierten, global abgestimmten Kulturprogrammen. Zudem ist die Bindung an das Unternehmen im Familienunternehmen oft stärker emotional als vertraglich geprägt, was andere Führungsansätze erfordert.
Typische Anlässe sind steigende Fluktuation, Schwierigkeiten bei der Gewinnung neuer Talente oder der Wunsch, die Unternehmenskultur nach einem Generationswechsel bewusst weiterzuentwickeln. Auch bei starkem Wachstum wird häufig gezielt eine dedizierte Kulturverantwortung aufgebaut. Auch sinkende Bewerberzahlen in klassischen Ausbildungsberufen führen zunehmend dazu, dass gezielt in eine überzeugende Mitarbeitererfahrung investiert wird.
„Chief People Officer“ betont die strategische Verantwortung für Kultur und Mitarbeitererfahrung auf Führungsebene, während „Personalleiter“ häufig eine operativere, prozessorientierte Funktion bezeichnet. In vielen Unternehmen verschmelzen beide Rollen. In der Praxis übernimmt der Chief People Officer zusätzlich strategische Kulturarbeit, während der Personalleiter meist administrative HR-Prozesse verantwortet.

