Der Chief Product Officer verantwortet die Produktstrategie eines Unternehmens, von der Portfolioentwicklung über die Priorisierung neuer Produkte bis zur Marktanpassung bestehender Angebote. Er arbeitet eng mit Entwicklung, Vertrieb und Marketing zusammen. Erst mit wachsender Unternehmensgröße wird daraus eine eigenständige Position; vorher übernimmt die Geschäftsführung diese Verantwortung mit. Zunehmend gewinnt zudem die Bewertung digitaler Zusatzangebote an Bedeutung.
Im Familienunternehmen sind Produktentscheidungen oft stärker mit der Unternehmensgeschichte und -identität verbunden, was Veränderungen sensibler macht. Im Konzern agiert der CPO stärker datengetrieben innerhalb standardisierter Produktentwicklungsprozesse mit größeren Teams. Zudem entscheidet im Familienunternehmen häufig noch die Gesellschafterfamilie selbst mit, wenn zentrale Produkteigenschaften grundlegend verändert werden sollen.
Typische Anlässe sind die Notwendigkeit einer Produktportfolio-Erweiterung, sinkende Nachfrage nach traditionellen Produkten oder der Eintritt in neue Marktsegmente. Auch bei der Digitalisierung physischer Produkte wird häufig gezielt ein CPO gesucht. Auch der Verlust von Marktanteilen an schnellere Wettbewerber führt regelmäßig zur gezielten Suche nach frischer Produktexpertise von außen.
„CPO“ beschreibt eine Position auf Führungsebene mit strategischer Gesamtverantwortung für das Produktportfolio, während „Produktmanager“ meist eine operativere Rolle für einzelne Produkte oder Produktlinien bezeichnet. In kleineren Unternehmen verschmelzen beide Rollen oft. In der Praxis trägt der CPO zusätzlich die Verantwortung für das gesamte Portfolio, während der Produktmanager meist einzelne Produktlinien operativ betreut.

