Der Chief Supply Chain Officer verantwortet die durchgängige Steuerung der Lieferkette, von der Beschaffung über die Lagerhaltung bis zur Distribution. Er arbeitet eng mit Einkauf und Produktion zusammen. In solchen Fällen deckt meist der COO diesen Bereich zusätzlich ab. Der Aufbau von Frühwarnsystemen für Lieferengpässe zählt dabei zunehmend zum Aufgabenbereich, da klassische Lagerpuffer allein nicht mehr ausreichen.
Im Familienunternehmen sind Lieferantenstrukturen oft historisch gewachsen und stärker konzentriert, was Diversifizierung politisch sensibler macht. Im Konzern verteilt sich das Risiko meist auf ein breiteres, standardisierter gesteuertes Lieferantenportfolio. Zudem sind Lieferantenstrukturen im Familienunternehmen oft historisch gewachsen und persönlich geprägt, was Diversifizierungsmaßnahmen politisch sensibler macht als im Konzern.
Typische Anlässe sind erlebte Lieferkettenstörungen, wachsende internationale Beschaffung oder der Wunsch, Resilienz systematisch statt reaktiv aufzubauen. Auch bei der Einführung neuer Lagerstandorte wird häufig gezielt Supply-Chain-Expertise gesucht. Auch die Erschließung neuer internationaler Beschaffungsmärkte führt regelmäßig zur gezielten Suche nach ausgewiesener Supply-Chain-Expertise.
„Chief Supply Chain Officer“ beschreibt eine Position auf Führungsebene mit strategischer Gesamtverantwortung über die gesamte Lieferkette, während „Logistikleiter“ häufig eine operativere Funktion mit Fokus auf Transport und Lagerhaltung bezeichnet. In der Praxis trägt der Chief Supply Chain Officer zusätzlich strategische Gesamtverantwortung über Einkauf, Lager und Distribution hinweg.

