Der Chief Brand Officer verantwortet Markenarchitektur, Markenwert und die einheitliche Positionierung einer Marke über alle Geschäftsbereiche und Standorte hinweg. Er entwickelt Markenrichtlinien, die für Tochtergesellschaften und Partner verbindlich sind. In kleineren Unternehmen übernimmt häufig die Marketingleitung diese Aufgabe zusätzlich. Zunehmend verantwortet er zudem Lizenzfragen bei externen Markenkooperationen.
Im Familienunternehmen ist die Marke häufig eng mit der Gründerpersönlichkeit oder dem Familiennamen verknüpft, was besonderes Fingerspitzengefühl bei Veränderungen erfordert. Im Konzern lässt sich Markenführung meist nüchterner und stärker datengetrieben steuern, ohne familiäre Empfindlichkeiten. Diese emotionale Komponente verlangt im Mittelstand mehr Diplomatie als im Konzernumfeld. Auch die Entscheidungswege sind hier oft direkter und persönlicher.
Typische Anlässe sind der Aufbau neuer Produktlinien unter der Hauptmarke, die Internationalisierung mit uneinheitlicher Markenwahrnehmung oder ein anstehender Generationswechsel. Auch nach Übernahmen mehrerer kleinerer Marken wird diese Position häufig gezielt aufgebaut, um Konsistenz herzustellen. Ein bevorstehender Verkauf des Unternehmens macht eine gezielte Suche nach dieser Position ebenfalls häufig notwendig.
Der Chief Brand Officer trägt strategische Verantwortung für Markenarchitektur und Markenwert auf Führungsebene, während ein Head of Marketing meist operative Kampagnen und Kanäle steuert. Beide Rollen ergänzen sich in der Praxis, decken aber unterschiedliche Verantwortungsebenen ab. In der Praxis trägt der Chief Brand Officer zusätzlich Verantwortung für die langfristige Markenstrategie, die über einzelne Kampagnen hinausgeht.

