Der Chief Communications Officer verantwortet die gesamte Unternehmenskommunikation, von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit über die interne Kommunikation bis zur Krisenkommunikation. Er berät die Geschäftsführung bei öffentlichkeitswirksamen Entscheidungen. Bei kleineren Betrieben liegt diese Verantwortung meist bei der Marketingleitung, ohne eigene Kommunikationsabteilung. Zunehmend zählt zusätzlich die Steuerung der Social-Media-Präsenz der Geschäftsführung zum Aufgabenbereich.
Im Familienunternehmen ist Kommunikation oft persönlicher und stärker an die Inhaberfamilie gebunden als im Konzern, wo standardisierte Prozesse und größere Kommunikationsteams üblich sind. Auch der Umgang mit Medien unterscheidet sich deutlich in Tonfall und Häufigkeit. Zudem ist die Zahl direkter Wortmeldungen aus der Geschäftsführung im Familienunternehmen meist geringer, was jede einzelne öffentliche Aussage stärker gewichtet.
Typische Anlässe sind ein anstehender Generationswechsel, eine geplante Neupositionierung oder eine Krisensituation, die professionelle Kommunikation erfordert. Auch beim Wachstum über die Landesgrenzen hinaus wird häufig gezielt Kommunikationsexpertise aufgebaut. Auch der Ausbau der Arbeitgebermarke in Zeiten des Fachkräftemangels führt zunehmend zur gezielten Suche nach kommunikativer Führungskompetenz.
Der Chief Communications Officer trägt strategische Gesamtverantwortung für die Kommunikation und ist Teil der Führungsebene, während ein Pressesprecher meist operativ die Medienarbeit übernimmt. In kleineren Unternehmen verschmelzen beide Rollen häufig. In der Praxis übernimmt der Chief Communications Officer zusätzlich die strategische Beratung der Geschäftsführung, während der Pressesprecher meist ausführend tätig ist.

