Der Chief Legal Officer verantwortet die Rechtsabteilung eines Unternehmens, das Vertragswesen sowie die rechtliche Risikosteuerung. Er koordiniert zudem externe Kanzleien bei spezialisierten Rechtsfragen. Ohne eigene Position deckt meist eine externe Kanzlei diesen Bedarf ab. Die Steuerung von Datenschutz- und IT-Rechtsfragen rückt dabei zunehmend in den Fokus, da diese Themen Vertragsverhandlungen mit Kunden und Lieferanten betreffen.
Im Familienunternehmen ist der Chief Legal Officer häufig auch in Gesellschafter- und Nachfolgefragen eingebunden, was ein hohes Maß an persönlichem Vertrauen voraussetzt. Im Konzern konzentriert sich die Rolle stärker auf das operative und regulatorische Rechtsgeschäft. Zudem berichten Chief Legal Officer im Familienunternehmen häufiger direkt an Gesellschafter, während im Konzern ein mehrköpfiges Rechtsteam mit klaren Zuständigkeiten üblich ist.
Typische Anlässe sind internationale Expansion mit komplexeren Vertragsbeziehungen, ein anstehender Generationswechsel oder steigende Kosten für externe Rechtsberatung. Auch bei M&A-Aktivitäten wird häufig gezielt ein Chief Legal Officer aufgebaut. Auch steigende Kosten für externe Kanzleien führen häufig dazu, dass Rechtskompetenz gezielt intern aufgebaut wird, statt sie dauerhaft einzukaufen.
„Chief Legal Officer“ beschreibt eine Position auf Führungsebene mit strategischer Gesamtverantwortung für Recht und Compliance, während „Justiziar“ häufig eine operativere Funktion ohne direkten Sitz in der Geschäftsführung bezeichnet. In der Praxis trägt der Chief Legal Officer zusätzlich strategische Verantwortung, die über die klassische, eher reaktive Justiziarsfunktion hinausgeht.

