Der Chief Responsibility Officer verantwortet gesellschaftliches Engagement, Lieferkettenverantwortung und die Verankerung von Werten in internen Richtlinien. Er bündelt Aktivitäten, die zuvor verteilt zwischen Kommunikation, Einkauf und Geschäftsführung lagen. Ohne eigenständige Rolle liegt diese Aufgabe meist zusätzlich bei der Geschäftsführung. Häufig zählt zudem die Ausarbeitung eines unternehmensweiten Verhaltenskodex zum Aufgabenbereich.
Im Familienunternehmen ist gesellschaftliches Engagement häufig eng mit der Inhaberfamilie und dem regionalen Standort verbunden, was persönliche Sensibilität erfordert. Im Konzern lässt sich Verantwortung meist stärker standardisiert über zentrale Richtlinien steuern, ohne familiäre Bindungen. Diese persönliche Komponente verlangt im Mittelstand mehr Fingerspitzengefühl als im Konzernumfeld. Auch die Berichtspflichten unterscheiden sich hier häufig deutlich.
Typische Anlässe sind wachsende Anforderungen großer Kunden an Lieferkettenverantwortung, ein anstehender Generationswechsel mit neuen Wertevorstellungen oder der Wunsch, gewachsenes Engagement strategisch sichtbar zu machen. Auch nach öffentlicher Kritik an einzelnen Geschäftspraktiken wird diese Position häufig gezielt aufgebaut. Eine bevorstehende Zertifizierung macht eine gezielte Suche nach dieser Position ebenfalls häufig notwendig.
Der Chief Responsibility Officer trägt strategische Verantwortung für Werte und Engagement auf Führungsebene, während ein CSR-Manager meist operativ einzelne Projekte und Berichte umsetzt. Beide Rollen ergänzen sich in der Praxis, decken aber unterschiedliche Verantwortungsebenen ab. In der Praxis trägt der Chief Responsibility Officer zusätzlich Verantwortung für die strategische Ausrichtung, die über einzelne Projekte hinausgeht.

