Der Chief Sustainability Officer verantwortet die Nachhaltigkeitsstrategie eines Unternehmens sowie die ESG-Berichterstattung nach CSRD-Vorgaben. Er koordiniert Fachbereiche bei der Datenerhebung und setzt Lieferkettenstandards um. In solchen Fällen deckt meist der CFO diesen Bereich zusätzlich ab. Die Vorbereitung auf externe Prüfungen der ESG-Berichterstattung gewinnt dabei an Bedeutung, da diese künftig verpflichtend testiert werden müssen.
Im Familienunternehmen trifft die neue Berichtspflicht oft auf eine bereits gelebte, aber nie systematisch dokumentierte Nachhaltigkeitspraxis. Im Konzern sind ESG-Prozesse meist bereits standardisiert und in bestehende Reporting-Strukturen eingebettet. Zudem ist Nachhaltigkeit im Familienunternehmen oft bereits Teil der gelebten Unternehmenskultur, muss nun aber erstmals systematisch belegt werden.
Typische Anlässe sind der Eintritt in die CSRD-Berichtspflicht, Anforderungen großer Kunden entlang der Lieferkette oder der Wunsch, Nachhaltigkeit strategisch statt nur reaktiv zu steuern. Auch vor Finanzierungsrunden wird ESG-Kompetenz zunehmend vorausgesetzt. Auch Anforderungen von Banken im Rahmen nachhaltigkeitsgebundener Finanzierungen führen zunehmend zur gezielten Suche nach dieser Position.
„Chief Sustainability Officer“ beschreibt eine Position auf Führungsebene mit strategischer Gesamtverantwortung für Nachhaltigkeit, während „Nachhaltigkeitsbeauftragter“ häufig eine operativere, oft nebenamtlich ausgeübte Funktion bezeichnet. In der Praxis trägt der Chief Sustainability Officer zusätzlich strategische Gesamtverantwortung, während der Nachhaltigkeitsbeauftragte meist operativ zuarbeitet. Beide Rollen ergänzen sich in der Praxis häufig, wobei operative Umsetzung meist beim Nachhaltigkeitsbeauftragten verbleibt.

