Der Chief Strategy Officer verantwortet die Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie, von der Marktanalyse bis zur Bewertung neuer Geschäftsfelder. Er berät die Geschäftsführung bei strategischen Grundsatzentscheidungen und koordiniert oft bereichsübergreifende Projekte. Wo keine eigene Position existiert, übernimmt meist der CEO selbst diese strategische Verantwortung. Ergänzend gewinnt die Bewertung von ESG-Kriterien für die strategische Analyse an Bedeutung.
Im Familienunternehmen muss die Strategie stärker die langfristigen Ziele der Inhaberfamilie berücksichtigen, auch wenn diese von kurzfristiger Renditelogik abweichen. Im Konzern orientiert sich die Strategiearbeit meist stärker an Quartalszielen und Kapitalmarkterwartungen. Zudem sind Entscheidungswege im Familienunternehmen oft kürzer, was strategische Weichenstellungen beschleunigen, aber auch persönliche Widerstände direkter spürbar machen kann.
Typische Anlässe sind eine geplante Diversifizierung, der Eintritt in neue Märkte oder ein anstehender Generationswechsel, der eine Neuausrichtung der Unternehmensstrategie erfordert. Auch bei komplexen Übernahmeprozessen wird häufig gezielt strategische Expertise von außen geholt. Auch der Aufbau einer neuen Geschäftseinheit oder eine grundlegende Neuausrichtung des Geschäftsmodells zählt zu den typischen Anlässen für eine externe Besetzung.
Der Chief Strategy Officer ist fest im Unternehmen verankert und trägt operative Verantwortung für die Umsetzung, während ein externer Strategieberater meist projektbezogen und ohne dauerhafte Unternehmensbindung arbeitet. Beide Rollen ergänzen sich in der Praxis häufig. In der Praxis übernimmt der interne Chief Strategy Officer zudem häufig die Steuerung externer Berater, statt deren Ergebnisse nur entgegenzunehmen.

